Igel-Petition

Igel-Petition

Jetzt handeln: Schleswig-Holstein braucht ein Nachtfahrverbot für Mähroboter!

Igel gehören zu den beliebtesten Gartenbewohnern und zu den gefährdetsten. Als natürliche Schädlingsbekämpfer leisten sie wertvolle Dienste in unseren Gärten und sind unverzichtbare Bestandteile des ökologischen Gleichgewichts. Doch ausgerechnet in Gärten, die ihnen Lebensraum bieten sollten, droht ihnen zunehmend Gefahr durch Mähroboter.

 (Foto: Susanne Vahder / Susanne Vahder)

Das Problem ist gravierend

Igel reagieren auf Bedrohungen instinktiv mit ihrem angeborenen Schutzverhalten, sie rollen sich zusammen. Was gegen natürliche Feinde funktioniert, wird bei Mährobotern zur tödlichen Falle. Die rotierenden Messer verletzen die Tiere schwer, oft mit tödlichem Ausgang. Igelstationen berichten immer häufiger von solchen Verletzungen durch Mähroboter, die oft unbeaufsichtigt und ohne Rücksicht auf Tiere agieren.

Kein auf dem Markt befindliches Gerät ist bisher nachweislich igelsicher. Auch moderne Sensortechnik bietet keinen verlässlichen Schutz. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass derzeit verfügbare Modelle nicht in der Lage sind, Tiere zuverlässig zu erkennen und ihnen auszuweichen. Gerade Jungigel werden von den Geräten häufig nicht rechtzeitig erkannt.

Die Situation spitzt sich zu: Der Igel wurde 2024 von der IUCN als potenziell gefährdete Art eingestuft. Deutschlandweit und auch in Schleswig-Holstein schrumpfen die Igelbestände dramatisch. Neben dem Verlust natürlicher Lebensräume, dem Einsatz von Pestiziden und den Gefahren des Straßenverkehrs verschärfen Mähroboter die bedrohliche Lage zusätzlich.

Besonders kritisch: Mähroboter sind leise und dürfen daher legal auch nachts betrieben werden – genau dann, wenn Igel auf Nahrungssuche sind. Darüber hinaus sind die Geräte meist täglich im Betrieb, was die Gefahr zusätzlich erhöht.

Die Lösung ist einfach und wirkungsvoll

Ein Nachtfahrverbot für Mähroboter könnte einen Großteil der Unfälle vermeiden. Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv, wenn die Mäher zwischen 18 Uhr und 7 Uhr ruhen, sind die Tiere sicher. Von einer solchen Regelung würden auch Amphibien wie Kröten und zahlreiche weitere nachtaktive Gartenbewohner profitieren.

Im Kreis Plön haben BUND, NABU und das Wildtierheim Preetz bereits für ein entsprechendes Verbot gekämpft: leider ohne Erfolg. Der Kreistag lehnte den Vorstoß mit Verweis auf befürchtete Kontrollschwierigkeiten und zusätzlichen Verwaltungsaufwand ab. Als Alternative wurde eine Informationskampagne angekündigt. Diese begrüßen wir, halten sie jedoch für nicht ausreichend.

Warum ein Nachtfahrverbot richtig ist

Ein Nachtfahrverbot hätte nicht nur direkte Schutzwirkung, sondern vor allem wichtige Signalkraft: Es würde deutlich machen, dass Schleswig-Holstein den Schutz seiner nachtaktiven Wildtiere ernst nimmt.

Häufige Gegenargumente und warum sie nicht überzeugen

„Ein Nachtfahrverbot lässt sich nicht kontrollieren!"
Das ist eine falsche Logik. Es geht nicht um Kontrolle, sondern um Schutz, genau wie bei der Gurtpflicht. Niemand kontrolliert, ob Sie Ihren Sicherheitsgurt anlegen, aber Sie tun es, weil es Leben rettet! Das Surren eines Mähroboters in der Nacht ist deutlich zu vernehmen, während ein Igel lautlos im Dunkeln verletzt oder getötet wird.

„Es gibt doch bereits Gesetze, die das regulieren!"
Ja, aber sie reichen nicht aus. Bestehende Gesetze wie das Bundesnaturschutz- und Tierschutzgesetz wurden vor der Einführung autonomer Mähgeräte verfasst und greifen bei Mährobotern nicht. Wer soll im Dunkeln sehen, wo ein Igel verletzt oder getötet wird, noch wer der verantwortliche Betreiber ist?

„Private Rechte werden eingeschränkt!"
Das Wohl einer gesetzlich besonders geschützten Art wiegt schwerer als ein wenig Komfort, zumal der Mähvorgang an sich davon nicht beeinträchtigt wird. Technische Neuerungen wie automatische Abschaltung in den Nacht- und Dämmerungszeiten sind machbar, doch die Verantwortung wird bislang dem Verbraucher zugeschoben.

Unsere Forderung

Deshalb unterstützt die BUND Kreisgruppe Plön die Initiative des NABU Preetz-Probstei für eine landesweite Regelung. Unsere gemeinsame Forderung an den schleswig-holsteinischen Landtag:

Ein flächendeckendes Nachtfahrverbot für Mähroboter zwischen 18 Uhr und 7 Uhr, begleitet von einer Aufklärungskampagne, die Gartenbesitzer*innen für die Bedürfnisse von Igeln und anderen Wildtieren sensibilisiert.

Die Umweltministerkonferenz fordert bereits technische Anpassungen, ein Betriebsverbot für Mähroboter nachts und in der Dämmerung sowie ein wildtierfreundliches Produktsiegel. Schleswig-Holstein sollte diesem Beispiel folgen und Verantwortung übernehmen.

Helfen Sie mit, Igel in Schleswig-Holstein zu schützen – unterzeichnen Sie unsere Petition!

Die Petition finden Sie unter www.nabu-preetz-probstei.de

oder direkt beim Landtag unter

https://www.landtag.ltsh.de/petitionen/igelschutz-in-schleswigholstein-nachtfahrverbot-fr-mhroboter/

QR-Code zur Igel-Petition

So schützen Sie Igel in Ihrem Garten

Mähroboter verantwortungsvoll nutzen

-       Nur tagsüber mähen: Lassen Sie Ihren Mähroboter ausschließlich tagsüber laufen, idealerweise zwischen 10 und 16 Uhr

-       Garten vorher absuchen: Kontrollieren Sie die Rasenfläche vor jedem Mähen auf Igel und andere Tiere

-       Hindernisse aufstellen: Markieren Sie Gefahrenstellen wie Komposthaufen, Hecken und Unterschlüpfe mit Steinen oder Holz

-       Hohe Schnitthöhe wählen: Stellen Sie mindestens 5 cm Schnitthöhe ein, um Kleintiere zu schonen

Einen igelfreundlichen Garten gestalten

Unterschlupf und Nistmöglichkeiten schaffen:

-       Lassen Sie in einer Gartenecke Laub, Reisig und Totholz liegen

-       Legen Sie einen Komposthaufen an, ideal für Winterschlaf und Nestbau

-       Errichten Sie Igelburgen aus Steinen oder Holz

Durchgängigkeit ermöglichen:

-       Schaffen Sie Durchlässe in Zäunen (mindestens 13 x 13 cm)

-       Verzichten Sie auf Mähkanten und Rasengittersteine an Grundstücksgrenzen

-       Igel wandern nachts mehrere Kilometer, sie brauchen vernetzte Lebensräume

Naturnah gärtnern:

-       Verzichten Sie auf Pestizide und Schneckenkorn (giftig für Igel!)

-       Lassen Sie Wildblumenwiesen stehen, sie bieten Insekten als Nahrung für Igel

-       Ein Kräuterrasen muss nicht gedüngt und gegossen werden, ist pflegeleichter, wird seltener gemäht und bietet Lebensraum und Nahrungsangebot für Insekten

-       Pflanzen Sie einheimische Sträucher wie Holunder, Schlehe und Haselnuss

Gefahrenquellen beseitigen:

-       Sichern Sie Teiche mit flachen Ausstiegshilfen oder Steinen am Rand

-       Schließen Sie Kellerschächte mit engmaschigen Gittern ab

-       Lagern Sie keine scharfkantigen Gegenstände im Garten

Igel gefunden – was tun?

Wann brauchen Igel Hilfe?

Igel sind Wildtiere und sollten nur in Notfällen aufgenommen werden. Hilfsbedürftig sind:

-       Verletzte Igel (Wunden, Knochenbrüche, Fliegenlarven)

-       Kranke Igel (torkeln, liegen tagsüber exponiert, sind apathisch)

-       Untergewichtige Igel im Spätherbst (Jungigel unter 500 g ab November)

-       Igeljunge, die tagsüber allein unterwegs sind und wiederholt rufen

Erste Hilfe für Igel

1.      Tier sichern: Nehmen Sie den Igel vorsichtig mit Handschuhen oder einem Tuch auf

2.      Wärmen: Setzen Sie unterkühlte Igel auf eine handwarme Wärmflasche (in Handtuch gewickelt)

3.      Experten kontaktieren: Nehmen Sie umgehend Kontakt mit einer Igelstation, Tierarzt oder Wildtierauffangstation auf

4.      Nicht füttern: Geben Sie keine Milch! Bei Bedarf nur Wasser anbieten

Wichtig: Gesunde Igel, die tagsüber im Garten unterwegs sind, brauchen keine Hilfe. Sie sind auf Nestbau- oder Nahrungssuche.

 (Foto: Susanne Vahder / Susanne Vahder)

Gemeinsam für den Igelschutz

Der Igel ist potenziell gefährdet! Es gibt viel zu verlieren, wenn wir ihn nicht wirksam schützen.

Igel sind wichtige Nützlinge und stehen unter Naturschutz. Ihr Bestand geht jedoch dramatisch zurück, auch durch vermeidbare Unfälle mit Mährobotern. Jeder kann einen Beitrag zum Igelschutz leisten:

-       Petition unterzeichnen und teilen,

-       Mähroboter nur tagsüber einsetzen,

-       Naturnahen Garten gestalten,

-       Nachbarn und Freunde informieren.

Setzen Sie jetzt ein Zeichen für den Igelschutz in Schleswig-Holstein!

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