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Karl der Käfer wurde doch gefragt,... - Können unsere Ozeane helfen?

01. Dezember 2021 | Karl der Käfer..., Klimawandel, Meere, Tipps

Wie genau hängen unsere Ozeane mit dem Klimawandel zusammen?

 (pixabay)

Können unsere Ozeane helfen?

Gerade beraten in Glasgow Regierungsvertreter/innen aus rund 200 Staaten über Wohl und Wehe unserer Heimat, der Erde. Ob hieraus effektive Lösungen gegen den Klimawandel hervorgehen und auch tatsächlich umgesetzt werden, steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Bisher haben sich einige Länder zumindest darauf geeinigt, unsere Wälder zu „retten“.
Wälder, Moore, Böden und deren Schätze aber auch unsere Ozeane sind sogenannte Kohlenstoffsenken. In ihnen wird CO2 gespeichert. Jeder Baum, den wir fällen, jeder Sack torfhaltige Blumenerde, den wir kaufen und die Förderung von Kohle, Gas und Öl setzen CO2 frei.
Wenden wir uns den Ozeanen zu. In den letzten Jahrzehnten hat die Menschheit immer mehr CO2 freigesetzt. Das CO2 wird im Oberflächenwasser unserer Meere in verschiedene Verbindungen umgewandelt. Das gelöste CO2 sinkt in die Tiefe. Unser Tiefenwasser ist unsere Kohlenstoffsenke.
Während der Aufspaltung des Kohlendioxids entsteht aus Wasser und Karbonat – Hydrogenkarbonat. Dadurch verringert sich das Karbonat. Dies bedeutet, je mehr CO2 aufgenommen wird, desto mehr Karbonat wird verbraucht. Es hat bereits um etwa 10 % abgenommen. Viele Meeresorganismen benötigen jedoch dieses Karbonat zur Ausbildung von Schalen und Skelettstrukturen. Zum Beispiel Korallen.  
In einer Studie haben Wissenschaftler festgestellt, dass durch die Erwärmung der Erde und ebenso der Ozeane die Meerestiere viel stärker bedroht sind, als die an Land lebende Fauna. Sie haben kaum Rückzugsmöglichkeiten und schon 0,5 bis 1 Grad Erwärmung bereiten ihnen Probleme bei der Nahrungssuche und der Paarung. In den wärmeren Bereichen ihrer Lebensbereiche sind bereits mehr als die Hälfte der Arten aus ihrem ursprünglichen Gebiet verschwunden. Das bedeutet, sie sterben etwa doppelt so schnell wie unsere Land -Lebewesen.
Wissenschaftlich bewiesen ist, dass unsere Ozeane den CO2 Anstieg bremsen. Die Wärme und Aufnahme des klimaschädlichen Gases ist jedoch zu langsam, um effektiv zu helfen. Derzeit untersuchen rund 200 Wissenschaftler/innen in 6 Verbundprojekten wie eine das Klima regulierende Bremswirkung verstärkt werden kann. Hierbei fungieren das GEOMAR Helmholz-Zentrum in Kiel und das Leibniz-Institut für Ozeanforschung in Warnemünde als Koordinatoren. Die Erwartungen sind jedoch verhalten. Es wäre möglich, dass eine Abnahme der Speicherkapazität eintritt bedingt durch die Erwärmung, eine Versauerung und eine Abnahme des Sauerstoffgehaltes des Wassers.
Natürlich ist es möglich, dass die Wissenschaft eine Lösung für unser Problem findet. Und natürlich ist es möglich, dass die Politik schnell reagiert und ihre Zusagen hält. Aber wir sind schneller, wenn wir sofort beginnen unseren Ausstoß zu verringern. Einige Möglichkeiten fanden sich bereits in dem Bericht der Ausgabe Oktober 2021. Und doch – jeder Einzelne zählt, denn viele Einzelne sind eine große Gemeinschaft.


Annette Hinz

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