(Stefan Oberschelp
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Stefan Oberschelp)
Tag- und Nachtfalter gehören zu dem heimlichen Helden unserer Landschaft. Sie bestäuben Wild- und Gartenpflanzen, ihre Raupen sind wichtige Nahrung für Vögel – kurz: Ohne Falter fehlt ein echtes Puzzleteil im Ökosystem. Umso alarmierender: In Schleswig-Holstein gelten 44 % der Großschmetterlingsarten als gefährdet. Ursache Nummer eins: Es mangelt an Nahrungspflanzen und geeigneten Lebensräumen. Genau hier setzen wir an – mit Gärten, die zu Trittsteinbiotopen werden und Faltern wieder Orientierung und Heimat geben.
Nachtfalter sind die unterschätzte Super-Mehrheit
Wusstet ihr, dass rund 95 % unserer Schmetterlinge Nachtfalter sind? Viele von ihnen fliegen auch am Tag wie etwa Gammaeule oder Taubenschwänzchen. Gleichzeitig kämpfen gerade Nachtfalter mit Lichtverschmutzung: Künstliche Beleuchtung verwirrt ihre nächtliche Navigation. Unsere Schlussfolgerung: Dunkle Ecken und sparsame, insektenfreundliche Beleuchtung sind gelebter Artenschutz, auch im eigenen Garten oder auf dem Balkon.
Praxis statt Theorie: Unser Workshop in Heikendorf
Am 10.10.2025 trafen wir uns von 14 bis 17 Uhr an der Tourist-Information Heikendorf: Eingeladen hatte die BUND Kreisgruppe Plön, die gemeinsam mit engagierten Teilnehmenden das Beet am Fördekiek tatkräftig weiterentwickelte. Vor Ort pflanzten wir heimische, schmetterlingsfreundliche Wildstauden, die künftig Tag- und Nachtfaltern Nahrung und Schutz bieten. Ein sichtbarer Schritt für mehr Vielfalt mitten in Heikendorf.
Bei bestem Pflanzwetter packten 11 Teilnehmende mit an. Nach einer lebendigen Einführung zu Falter-Bedürfnissen und Lebensräumen ging’s in die Beete: Wildpflanzen kennenlernen, auswählen, einsetzen ganz praktisch und zum Nachmachen im eigenen Garten. Ein Hinweisschild markiert jetzt die neue Staudenpflanzung als Einladung an Mensch und Falter.
Ein großes Dankeschön an Lena Winkelmann, die den Workshop engagiert vorbereitet und geleitet hat, mit spürbarer Begeisterung für Tag- und Nachtfalter und deren spezifische Raupenfutterpflanzen. Viele Ideen wanderten direkt in die Taschen und Köpfe der Teilnehmenden: wilde Ecken zulassen, blühende Staudenbeete gestalten, Lichtquellen überdenken.
Gefördert wurde der Workshop durch das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen der Strategie „Kurs Natur 2030“ zum Erhalt der biologischen Vielfalt.
Warum Gärten jetzt den Unterschied machen
Mehr Wildnis wagen: Heimische Wildkräuter und Stauden sind die Anlaufstellen für Nektar und Raupen.
Verbinden statt vereinzeln: Jeder schmetterlingsfreundliche Garten ist ein Trittstein, der Lebensräume zusammenführt.
Einfach anfangen: Schon kleine Schritte wirken und machen Spaß!
Eure Starthilfe: Die VielFALTERleben-Broschüre
Begleitend zu den Workshops wurde eine Broschüre zur schmetterlingsfreundlichen Gartengestaltung erstellt. Darin findet ihr: Wissen über Tag- und Nachtfalter und ihre Ansprüche, Pflanzlisten und Bezugsquellen für Nektar- und Raupenfutterpflanzen sowie Pflege-Tipps für Beete, wilde Ecken und Beleuchtung.
BROSCHÜRE – EIN GARTEN FÜR SCHMETTERLINGE BEI TAG UND NACHT
Lust bekommen? Macht mit: im Garten und bei uns im Kreis Plön!
Selber loslegen: Probiert eine wilde Ecke, pflanzt heimische Stauden, dimmt Außenlicht, die Falter sind dafür sehr dankbar.
Weitersagen: Teilt eure Beet-Fortschritte. Je mehr Gärten mitmachen, desto dichter wird das Rettungsnetz für Schmetterlinge.
Wir schaffen Oasen für Schmetterlinge bei Tag und Nacht. Seid ihr dabei?